Anreise 17.03.2007
Die Rom-Reise mit meiner betagten Lady war alles andere als ein einfaches Unterfangen. Gehbehinderung, Schwerhörigkeit, ein ohnehin kompliziertes Wesen gepaart mit großer Erwartung an meine gedankenleserischen Fähigkeiten waren einem beschwingten Urlaub nicht unbedingt förderlich. Dazu wurde mir die Idee vermittelt, dass die Intention aller Menschen (Flughafen- und Hotelpersonal, Kellner, Touristen und sonstige Passanten) einzig darin bestand, ihr das Leben zu erschweren - vulgo: sie zu ärgern. Und ich bekenne mich "schuldig", eine eigene Persönlichkeit zu besitzen anstatt eine Erweiterung ihres Selbst zu sein.
Die erste Schwierigkeit gab es bereits in Hamburg am Flughafen: Die Mitteilung, dass der Rolli-Service "ab" einer bestimmten Uhrzeit im Wartebereich eintreffen würde, wurde übergangslos interpretiert als "um" diese Zeit - also als genauer Zeitpunkt. Der freundliche Helfer war also nicht "pünktlich" zur Stelle, daher wurde nun zum Schalter zwecks Nachfrage und dann übergangslos zum Eingangsbereich des Terminals getappert. Als helfende Hand und Stütze hatte ich natürlich keine andere Wahl und musste mitkommen. Nach erfolglosem Warten auf den Rolli-Mann, den wir am anderen Ende der Halle unverrichteter Dinge mit leerem Rolli von dannen ziehen sahen, hatten wir dann etwa eine Viertelstunde Zeit für die Gepäckkontrolle und den langen Weg zum Gate - mittlerweile wurden wir bereits ausgerufen.
Im Flugzeug angekommen erfreuten wir uns dann am perfekten Service und der professionellen Freundlichkeit des Bordpersonals - und ich konnte mich endlich wieder meiner Vorfreude hingeben. Als Wenigflieger ist für mich jeder Flug eine reine Freude. Ich liebe es, die Wolken von oben zu betrachten oder dem atemberaubenden Blick auf die scheinbar dahin ziehende Landschaft zu genießen. Von den schneebedeckten Alpen bis nach Rom war ein wunderfeines Panorama zu sehen.
Angekommen in Rom-Fiumicino (Leonardo da Vinci) funktionierte die organisierte Hilfe hervorragend, und schließlich nahm uns Töchterchen in Empfang - große Wiedersehensfreude, denn ich hatte sie Anfang Januar zuletzt gesehen. Der Airport-Express (Leonardo Express) brachte uns komfortabel und zügig nach Roma Stazione Termini (Hauptbahnhof), wo wir uns mit unserem Gepäck in die lange Schlange am Taxistand einreihten. (Meine Tochter versicherte glaubhaft, dass dieses die einzige Gelegenheit ist, bei der auch Italiener Schlange stehen, ansonsten würde stets gedrängelt und geschoben.) Hier machten wir sogleich Bekanntschaft mit einer "Dame" (darf ich hier "Zigeunerin" schreiben, oder aufgrund geforderter political correctness nicht?), die uns unaufgefordert half, das Gepäck in das Taxi zu verladen und dafür ihre Hand aufhielt. Na gut, ich gab ihr also völlig verdattert meinen "Schiebewagen-Euro", den ich meist in der Jackentasche habe.
Nach einigen Umwegen, natürlich einzig zum Zwecke des Geldverdienens, so meine Lady (tatsächlich waren einige Bereiche der Stadt für den Straßenverkehr gesperrt, den Grund habe ich vergessen), lieferte uns dann der Taxifahrer vor unserem Hotel ab.
Labels: Rom

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