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Dienstag, 24. April 2007

Piazza Navona

Ganz in unserer Nähe lag die Piazza Navona, die wir deshalb schon fast "automatisch" während unserer Erkundungsgänge täglich besuchten. Es handelt sich um einen ovalen Platz, der im 1. Jahrhundert als Stadion des Kaisers Domitian angelegt wurde.

Um den Platz herum wurden Wohnhäuser gebaut, in denen unten eine Bar (to remember: Café) neben der anderen liegt, alle lockten sie mit Tischen und Stühlen unter Sonnenschirmen.

Auf der Piazza gibt es drei Brunnen, darunter der Vierströmebrunnen (Fontana dei Quattro Fiumi), ein Hauptwerk des italienischen Bildhauers Gian Lorenzo Bernini, den wir allerdings leider nicht in voller Pracht bewundern konnten, da ihn zum Zwecke der Restaurierung ein Gerüst nebst Bauzaun umgab. In den Bauzaun waren Glasscheiben eingelassen, so dass der eine oder andere Blick auf die Statuen geworfen werden konnte...

Im Norden und Süden des Platzes sind jeweils weitere Brunnen - "natürliche" Sammelpunkte für allerlei Volk: u.a. Touristen und "fliegende Händler" (dazu später mehr). Die freien Flächen werden genutzt für diverse Darbietungen, wir erlebten einmal ein Platzkonzert der Carabinieri-Blaskapelle anlässlich des Rom-Marathons, ausserdem verkaufen dort Maler ihre Bilder (m.E. furchtbarer Kitsch, der dort zwar sehr stimmungsvoll wirkt, beim Käufer zurück in der Heimat aber gewiss zweifelhafte Gefühle ob der tatsächlichen Schönheit wecken wird, wenn so ein Gemälde erst einmal an der Wohnzimmerwand hängt). Zahlreiche Zeichner fertigen Portraits von Passanten an, die mit "sanfter Gewalt" zu einer Modellsitzung und zum Kauf gedrängt werden. Alles in allem herrscht auf der Piazza ein interessantes Leben und Treiben.

Auf der (von Süden betrachtet) rechten Seite der Piazza steht die umstrittene Kirche Sant' Agnese in Agone (mit Fassade von Borromini), auf der linken Seite ist die Brasilianische Botschaft untergebracht.

Zu jeder Tageszeit ist der Platz einen Besuch wert: Er hat morgens, wenn das Straßenpflaster noch feucht von der Nacht ist, eine ganz andere Atmosphäre als mittags im Sonnenschein oder abends, wenn die Brunnen und die Gebäude (angestrahlt) sowie die Cafés für schöne Lichteffekte sorgen.

Die kleinen Seitenstraßen sind unbedingt auch mehr als einen Besuch wert! Vor allem abends bzw. nachts, wenn der Straßenverkehr sich nicht mehr so lebhaft an den Fußgängern vorbei durch die engen Straßen quält (wer den Verkehr in Rom kennt, weiss, das das kein Widerspruch ist!), kann man wunderbar die alten Häuser mit den hübschen Läden anschauen oder unter den Sonnenschirmen der (natürlich überall vorhandenen) Restaurants, die dann wieder ihre Gasheizungen in Betrieb nehmen, gemütlich ein Glas Wein trinken. Stimmungsvoll auch die vielerorts auf die Straßen gestellten Behältnisse mit flackernden Kerzen!

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