Meine Kontodaten...
... gehören mir!
Zum "Nachbarschaftsnetzwerk"habe ich gerade einen passenden Eintrag bei Claudia gefunden. Das ist ja an sich nicht weiter bemerkenswert, wenn ein Automat bei x-und-90-tausend Anschlüssen anruft. Gestolpert bin ich über den letzten Satz im Kommentar, der da heißt "Da folgen dann meist Anrufe bzw. Angebote, die nur dem Zwecke dienen, die Kontodaten zu erfragen." Dazu fällt mir die schon fast vergessene Begebenheit ein:
Vor einigen Monaten bekam ich einen Anruf von (einem Callcenter) dem Bücherclub, bei dem ich "eigentlich" Mitglied bin, und das schon länger als ich lebe (ja, das geht!). Allerdings bekomme ich seit Jahren keine Kataloge mehr und auch keine Mitgliedskarte. Ich nehme also an, dass ich irgendwann sang- und klanglos aus der Datei entfernt wurde, was mich nicht weiter kratzt, da ich lieber anderswo einkaufe. (Vor hundert Jahren oder so ähnlich war's noch eine tolle Möglichkeit, günstig an gute Bücher zu kommen...) Okay, zurück zum Anruf...
Der freundliche Herr Meiermüller erzählte mir also, dass ich wegen meiner jahrhundertelangen Mitgliedschaft ausgewählt worden sei, kostenlos über diesen Club Lotto zu spielen, ohne Einsatz! (Jubel in seiner Stimme.) Ich solle mir doch eben mal bitte sechs Zahlen ausdenken... Kein Problem. Und nun bräuchte er meine Bankverbindung, damit man auch wüsste, wohin denn mit dem zweifellos regelmäßigen Riesengeldsegen. Leider, leider, sagte ich, hätte er nun Pech gehabt, ich würde ihm meine Bankverbindung nicht verraten. Aber das könne ich doch! Dieserjenige beste Club der Welt und dieserwelche allerhöchstseriöse Anrufer, der seinerselbst ursprünglich aus dem Bankgewerbe stammen würde, seien doch ganz offensichtlich und sonnenklar überhaupt nicht geneigt, irgendeinen oder den anderen Missbrauch zu treiben! Und im übrigen könne ich ja meine Bankbewegungen kontrollieren und etwaige unstatthafte Lastschriften allerschnellstens stornieren! Also kein Risiko! Her mit den Daten. Der Geldregen will schließlich wissen, wohin er fließen soll...
Aber mitnichten war ich dazu bereit und orderte ordentlich und ordnungsgemäß zugesandtes schriftlich Verfasstes zwecks Kontrolle, wonach ich möglicherweise eventuell bereit sein könnte, dem wohlmeinenden Club meine Kontodaten anzuvertrauen.
Hach, er war wütend, der Herr Meiermüller. Und drohte. Er müsse mich jetzt nämlich zu seinem allergrößten Bedauern auf der Stelle von seiner langen Liste künftiger Lottogewinner streichen. Ich wünschte noch einen angenehmen Abend und drückte ganz sanft die rote Taste meines Telefons.
Labels: Blog

Links zu diesem Post:
Link erstellen
<< Startseite