Musikschätze
Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit meiner gesammelten Musik, sichte meine CDs, wandle um, schiebe auf mein Handy und mache so nebenbei eine Zeitreise. Es scheint ja immer wieder merkwürdige Zufälle zu geben, so ist mir gerade eben ein berührender Text in einem bis dato unbekannten Blog (via Ilona) untergekommen:
"Musik kann einem das Herz zerreißen. Musik kann es wieder grob zusammenflicken. Musik ist ein Stück Unsterblichkeit. Sie erinnert dich an das, was wichtig ist, was dich ausmacht. Musik kann dich zum tanzen bringen und ins Stolpern. Musik kann dich traurig machen, wenn du froh bist und froh machen, wenn du traurig bist. Musik bringt dich durch den Tag und wohin immer du willst, wenn du sie lässt."
Das ist der letzte Absatz. Alles lesen und den persönlichen Wahrheitsgehalt finden, innehalten, nachdenken, träumen oder einfach nur die eigene Geschichte erinnern... Sehr, sehr gut geschrieben.
Ich scheine ein wenig älter zu sein als die Schreiberin, meine Musikgeschichte scheint zu beginnen mit "Pretty Belinda" im Schulkindalter. Später dann "Barfuß im Regen" gelaufen, "an einem Sonntag in Avignon" in der Tanzstunde Foxtrott gelernt und bei "Un canto a galicia" meine erste Liebe angeschmachtet. Eine typische 70er-Jahre-Sozialisation, musikalisch immer Mainstream und Disco, wenig deutsches. Allerdings finden sich davon ausgerechnet die allerpeinlichsten Sachen in meiner Sammlung...
In den 80ern habe ich mich allmählich ausgeblendet, da durch umfangreiche Familiengründung alles andere für mich in den Hintergrund rückte. Ein wenig Neue Deutsche Welle noch mitbekommen, dann kommt bis Anfang der 90er ein großer "blinder Fleck".
1990 stürzte ich mich dann wieder ins Leben, hatte alle Antennen auf Empfang gestellt und wurde mit Musik geradezu überschüttet. Bezeichnend für diese Zeit sind "Kingston Town", "Lambada" und, peinlich aber wahr, David Hasselhoff mit - wie passend - "Looking for Freedom". Wobei ich diesen Titel in der ersten Fassung von Marc Seaberg schon lange zu meinen Reichtümern zählte und noch immer hüte wie einen Schatz.
Gerade fällt mir ein, falls es denn auch privat-musikgeschichtlich prägend sein sollte, dass ich aufgewachsen bin mit Eltern, die sich begeisterten für Elvis und Bill Haley, Glenn Miller, Louis Armstrong, die aber auch Trude Herr mit "Ich will keine Schokolade" und Harry Belafonte in ihrer Sammlung hatten. Kaum Klassik. Ein paar französische Chansons. Und gottseidank keine Schlager, Operetten oder altes deutsches Liedgut!
Labels: Blog

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