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Samstag, 7. Juni 2008

Die Meise

Während ich meinen spätmorgendlichen Verrichtungen im Bad nachging, hörte ich ein lautes Geräusch aus Küche oder Wohnhzimmer. Eine Kontrolle ergab zunächst nichts. Also zurück ins Bad. Als ich dann später in die Küche kam, sah ich einen leicht zerrupften Vogel in meinem Benjamin-Baum sitzen, der panisch von Ast zu Ast hüpfte. Ach herrje! Adrenalinschub. Panik!



Ja, ich weiß, der Vogel ist kleiner als ich, das hindert mich nicht daran, in Unruhe zu verfallen, habe nun einmal grundsätzliche Angst vor allen Tieren, schon allein deshalb, weil sie unberechenbar sind. Also zur Ruhe gezwungen. Immerhin geistesgegenwärtig zur Kamera gegriffen:



Tief Luft geholt und mich an ein ähnliches Erlebnis vor über zwanzig Jahren erinnert. Damals rief ich meine Tante an (Vogelnärrin), die lachend zu mir sagte, ich solle doch einfach das Fenster weit öffnen, der Vogel würde sich schon seinen Weg in die Freiheit suchen!



Etliche Fotos sind übrigens total verwackelt, weil mir soooo zittrig war!

Ich rückte also meine Möbel etwas ab, nahm die Pflanzen von der Fensterbank - währenddessen ließ sich der Piepmatz auf meinem Regal mit den Gläsern nieder! Ohje! Hoffentlich würde er die nicht hinunterwerfen! Ruhe, nur die Ruhe! Den großen Benjamin noch zur Seite gerückt - und die Meise flog durch die Tür zur Wohnzimmerfensterbank! Menno, einen Vogel im Wohnzimmer brauchte ich nun überhaupt nicht, wer weiß, was er alles vollkleksen würde!

Trotz meiner merkwürdigen Panikattacke den Piepmatz mal ein bisschen gescheucht - und klatsch! flog er gegen die Fensterscheibe und fiel geradewegs in die nächste Zimmerpflanze, wo er nun minutenlang kopfüber zwischen den Blättern hing:



Das Tier regte sich überhaupt kein bisschen mehr. Gehirnerschütterung? Was mache ich nun? Grübel.



Na, wenigstens die Augen hatte er nun wieder geöffnet! Todesmutig, wie ich nun mal bin, rüttelte ich an den Zweigen der Schefflera-Pflanze. Die Meise hopste auf die Fensterbank, natürlich ganz hinten in der Ecke:




Nun hüpfte das Vögelchen ein bisschen zwischen den Blumentöpfen herum, prallte noch einige Male gegen die Fensterscheibe - und wusch, flog es in einem großen Bogen laut piepsend durch die Terrassentür hinaus! Puh. Es bleibt fraglich, wer mehr Angst hatte, die Kohlmeise oder ich. Immerhin haben wir beide überlebt.

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