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Mittwoch, 24. September 2008

Wohnen in Rom

Noch ein paar römische Impressionen:

Je näher eine Wohnung am "Centro Storico" liegt, desto astronomischer die Preise! Mieten sind nicht bezahlbar. Wohnungen sind meist in privater Hand und ein paar Millionen Euro wert. So gut wie alle Gebäude in Rom sind antik. An den Eigentümern liegt es natürlich, die Häuser je nach Gusto instand zu halten. So kommt es, dass sich hier teilweise wunderschöne mit geradezu vernachlässigten und verkommenen Fassaden abwechseln. Die Treppenhäuser haben durchweg geflieste Böden (wie auch die Wohnungen sie haben), Marmortreppen und schmiedeeiserne Geländer. Liegt den Hauseigentümern nicht viel daran, zu investieren, dann haben die Treppen durchaus auch große Beschädigungen in Form von herausgebrochenen Marmorstücken. Andererseits wurden und werden die meisten Häuser nachträglich mit Fahrstühlen ausgestattet.

Bodenfliesen in den Wohnungen sind Standard, was in Anbetracht der sommerlichen Höchsttemperaturen sinnvoll ist.

Man sollte sich übrigens keinesfalls vom Schein täuschen lassen: Im Inneren der Wohnungen findet man nicht selten neueste Technik aller Art!

Die alten Häuser sind so gut wie nie rechtwinklig gebaut, dadurch kommt es zu abenteuerlichen Grundrissen wie verwinkelten Treppenhäusern oder Innenhöfen - man lasse sich durch die steinernen Häuserfronten nicht täuschen, fast überall gibt es geräumige Innenhöfe mit viel Licht. Manchmal tritt man direkt vom Treppenhaus in die Küche ein, oder es gibt lange, geflieste Flure, die wiederum mit elegantem Schwung angelegt sind!

Ich habe zwei Arten von Innenhöfen kennen gelernt:

1. Die elegante Art
Groß, fast quadratisch, mit großen Pflanzkübeln, in denen gut gepflegte Zitrusbäume und Palmen wachsen, dazwischen geparkte Motorräder. Der Hof stets frisch gefegt, manchmal sieht man noch den in eine Ecke gelehnten Reisigbesen.

2. Die "alltägliche" Art
Mittelgroß, gerne verwinkelt, viele verschiedene Pflanzbehältnisse, deren Inhalt in unterschiedlichem Pflegezustand ist, an den Häusern häufig große Ranken, nicht selten aus Blumentöpfen von Fensterbänken herabwallend. Beliebtes Accessoire sind behängte Wäscheleinen vor und unter den Fenstern. Das Ganze geschmückt mit Mäuerchen - auch antiken -, Simsen, ab und an einem gusseisern-verschnörkelten schmiedeeisernen Gitter vor einem Fenster. Auch innenliegende Balkone kommen vor, auch diese meist geschmückt mit Pflanzgefäßen, auch Wäscheleinen etc.

Aufgefallen ist mir, dass sehr häufig, nicht immer (!) jeweils nur ein Balkon vorhanden ist, dieser prangt mittig an der Fassade, über der zugehörigen Tür nebst Fenstern gibt es dann ornamentale Stuckverzierungen, manchmal mit einem Heiligenbild (immer gern genommen: Maria), außerdem Lampen in - man ahnt es schon - geschnörkelten schmiedeeisernen Halterungen.

Dachterrassen und Dächer
Aufgefallen sind mir:
1. Antennenwälder
2. Wunderschöne Dachgärten!!!

Rom ist ja praktisch eine Stadt aus Stein. Wenn man von den öffentlichen Parks absieht, ist jeder Quadratmeter zugepflastert bzw. zugebaut. Aber auf den Balkonen und ganz besonders den Dächern stehen dicht gedrängt die unterschiedlichsten Pflanzkübel und Blumentöpfe, und es grünt und blüht, dass es eine wahre Freude ist! Abgesehen von den geschilderten Innenhöfen, bewachsenen Mauern und Mäuerchen und ganze Häuserfronten förmlich verschlingenden Rankpflanzen ist dieses die einzig mögliche Art und Weise, der Stadt Grün zu verleihen. Und natürlich, fast vergessen zu erwähnen: In den Straßen Kübel mit Bäumchen vor den Geschäften und dem auf den Straßen stehenden Restaurantmobiliar.

Den Häusern fehlen Blitzableiter! Daher ist es normal, bereits bei drohendem Gewitter alle sensiblen Geräte vom Stromnetz zu trennen.

- wird nachträglich bebildert werden -

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