Betriebsfremde Person auf den Gleisen
Ich erreichte mein S-Bahngleis und hörte folgende etwas hektische Lautsprecherdurchsage: "Wegen einer betriebsfremden Person auf den Gleisen im Bereich Hammerbrook-Berliner Tor-Hauptbahnhof wurde der Strom abgeschaltet. Zur Zeit fahren keine Bahnen."
Tja. Das war's denn mal wieder. Alle paar Monate kommt das vor. Die Wartenden bewahrten Ruhe, ein paar Azubis überlegten, wieviel Bier sie inzwischen würden vernichten können, einige Leute zückten ihre Handys, auf den Bänken wurden Zeitungen gelesen. Ein Möchtegern-Fahrgast lief unruhig hin und her, bei jeder Durchsagenwiederholung pöbelte er, er wolle das nicht mehr hören. Herrje, er hätte vielleicht sein Hirn aktivieren sollen: Schließlich mussten später eintreffende Fahrgäste doch auch informiert werden, wie sollte das ohne Durchsage funktionieren?
Irgendwann gab es über Lautsprecher den Hinweis, dass Fahrgäste Richtung Harburg... usw. gern mit dem Metronom fahren sollten, Abfahrt 18:07 Uhr. Ha, ha, das kenne ich schon - kaum ist man im überfüllt-stickigen Zug, wird der S-Bahn-Verkehr freigegeben... war mir bereits früher so gegangen, also lieber mit Geduld wappnen und die Situation aussitzen. In meinem Falle wörtlich, da ein Platz auf einer Bank frei wurde, denn andere beherzigten den Tipp und machten sich auf in Richtung Gleis 8. Wie gesagt, Metronom-Abfahrt 18:07 Uhr. Um 18:05 dann die hocherfreute - weil mit deutlichem Jubel in der weiblichen Stimme - Ansage, die Person sei... (Pause)... "WEG" ... und der Strom wieder zugeschaltet.
Kein Chaos auf den Gleisen, da die meisten ja in Richtung Metronom gestürmt waren... (hier bitte mein leises Jubilieren hören).
Wer bitte geht im Gleisbett spazieren? Lebensmüde sollten inzwischen mitbekommen haben, dass der Strom abgestellt und die fleißigen Freunde und Helfer gerufen werden, so bald sie im Gleis zugange sind. Sucht Euch bitte eine anderen Weg ins Jenseits!
Labels: Hamburg

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