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Mittwoch, 25. Februar 2009

Im Tollhaus.

Achtung, langes Blafasel!

In unserem Büroraum sind vier Arbeitsplätze, einer dauerhaft verwaist, einer durch Krankheit nicht besetzt, es verbleiben die Chefdame und ich. Selbige bekam heute Besuch von der Steuerberaterin, das ist nicht ungewöhnlich, und vom Software-Experten. Das deshalb, da wieder einmal nach einem Update irgendwas in der Buchhaltung hakelte. So weit, so nicht gut.

Dieser Software-Experte war es, der mir meinen letzten verbliebenen Nerv raubte: Zunächst bekam er - während er einen Kunden (nämlich unsere Firma) betreute, zahlreiche Anrufe von anderen Kunden, die er in aller Ausführlichkeit und Körper (meinen nämlich) verletzender Lautstärke beriet. Ich hatte schließlich zu arbeiten! Es war während seiner stundenlangen Anwesenheit nicht zu vermeiden, dass ich hin und wieder (gezwungenermaßen) seinen Ausführungen zuhörte. Und dabei innerlich vor Wut kochte: Wie kann er einer reinen Anwenderin, die darum gebeten hatte, dass mittels Rückspielung einer Sicherung und Kontrolle bzw. Änderung der Anwendungseinstellungen ein Zustand hergestellt werden sollte, der zuverlässig das Arbeiten ermöglichen möge, lange Vorträge in Computerfachchinesisch halten?

Offensichtlich hört sich dieser Experte selber sehr gern reden und sonnt sich in seinem Wissen - aber das ist weder zielgerichtet noch angebracht! Holla, die Waldfee! Er hatte einen klaren Arbeitsauftrag (den durch das Update angerichteten Schaden zu beseitigen), den er auch nach drei Stunden nicht erfüllt hatte, sondern unser Büro mit einer mündlichen Anweisung, wie die Dame zu verfahren habe, verließ.

Hey, wir sind hier nicht bei "Hamburg sucht den Superstar mit Ausnahmetalenten", sondern in einer ganz normalen, bodenständigen Firma - und es gab eine einfache, klar definierte Anforderung. Die er nicht erfüllt hat. Und diese Firma ist auf den Herrn angewiesen, da er der einzige Experte ist, der die Kunden der Softwarefirma betreut, dazu Freiberufler, der nicht verärgert werden darf, da es sonst gar keine Betreuung mehr geben könnte.

Gegen Mittag war ich dann zwar alleine in meinem Büroraum, allerdings hätte der Druck in meinem Kopf auch für eine größere Menschenansmmlung ausgereicht.

Ansonsten: Meine Arbeit häuft sich, der Druck wächst (Monatsendewoche), vieles ist kompliziert für mich, da der gegangene Kollege fehlt und ich nun einmal technisch nicht alles wissen kann. Klar bekomme ich letztlich immer alles hin, ich kann Kollegen befragen und erledigte Vorgänge durchsuchen, Lieferantenunterlagen durchsuchen (nicht alles ist in der Datenbank zu finden) - aber das schluckt Zeit. Und die Gefahr von Flüchtigkeitsfehlern nimmt exponential zu.

(Ich bin nicht die einzige, die in diesen Tagen rotiert, aber der deshalb empfundene Trost ist minimal.)

Bereits in Jacke und Handschuhen, die Post im Arm, galt es, noch Schützenhilfe zu leisten: Rief uns knapp nach Feierabend jemand an (ist immer riskant, wenn das Telefon dann noch angenommen wird), die so schlechtes und unverständliches Deutsch sprach, dass ein Kollege mich bat, auf Englisch ihr Anliegen zu klären. (Das ist allerdings ein Mitarbeiter, den ich nie hängen lasse - und wäre jetzt eine andere Geschichte.) Und dann aber nichts wie weg!

Ich hätte so gern eine Auszeit, die selbstredend gerade in diesen Tagen überhaupt nicht in Frage kommen kann...

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