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Sonntag, 3. Januar 2010

Kulturschock

Maren begleitet in diesem Moment ihren Partner zum Flughafen.

Nach seiner Aussage gefällt ihm Hamburg sehr. Zwei Tage hätte er zur Eingewöhnung gebraucht, inzwischen viel von Hamburg gesehen, viele Unterschiede zu Rom festgestellt. [Diese sind insbesondere: Integration von Fremden, besonders im öffentlichen Leben - in Rom undenkbar. Die deutlich niedrigere Kriminalitätsrate, die sich z.B. dadurch äußert, dass Fenster hier nicht bei Abwesenheit mit stabilen Läden verschlossen werden müssen und ich ohne Risiko meine Terrassentür geöffnet lassen kann. Weiterhin die überwiegende Freundlichkeit der Menschen!] Er sagte, jetzt hätte er sich eingewöhnt und könnte ohne Probleme länger hier bleiben, ja er war regelrecht traurig, abreisen zu müssen.

Es bin eher ich, die einen Kulturschock hatte, der heute früh begann, nachzulassen... Es war mir nicht bewusst, dass nicht nur Hamburg sondern auch unser Familienleben sehr fremd wirken musste. [Auch wenn Maren nur noch sporadisch anwesend ist, leben wir automatisch und ohne zu überlegen sofort "unser normales Familienleben", das sowohl aus unausgesprochenen Spielregeln/Selbstverständlichkeiten als auch großen Portionen Gemeinschaft/Kommunikation besteht.]

Das Fehlen einer vormittäglichen Gesprächsrunde am Küchentisch nebst Tagesplanung setzte mir am meisten zu. Während das Jungvolk in Richtung City (Stadtrundfahrt, Hamburg Dungeon etc.) unterwegs war, grübelte ich stundenlang, was ich falsch gemacht haben könnte bzw. warum man so unhöflich war, nicht wissend, dass das hier Selbstverständliche in jenes Menschen heimatlicher Umgebung nicht bekannt ist. Dort verlässt man einfach vormittags das Haus und erscheint irgendwann wieder auf der Bildfläche.

Die (Spät-)Abende verliefen im Gegenzug sehr nett und harmonisch. Ich hatte reichlich Gelegenheit, in die italienische Sprache einzutauchen, konnte das meiste sehr gut verstehen, fühlte mich jedoch gehandicapped, da ganz einfach mein Ausdrucksvermögen noch so sehr eingeschränkt ist. Nach einem Jahr des Lernens kann ich nicht mehr von mir erwarten, hätte aber gern mehr gekonnt!

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