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Dienstag, 9. Februar 2010

Erster Abend im neuen Sprachkurs

Achtung, langer Text!

Tja. Da schwanke ich nun noch zwischen Ärger, Verwirrung und der Frage, ob diese Lernmethode vielleicht doch am Ende Erfolg haben wird.

Anderer Stadtteil, neue Lehrkraft, fremde Gesichter. Das hätte doch als Eingewöhnungsprogramm reichen müssen...

Frau Milena ist eine ca. 50jährige, schwarzhaarige Italienierin, sehr lebhaft, natürlich nett. Sie macht überwiegend Frontalunterricht und schreibt jede Menge an die Tafel, Listen und dergleichen. Der Hammer war der Einstieg: "Wir sind ja mit Lektion eins so gut wie fertig..." Hallo? Im VHS-Programm ist festgeschrieben, dass dieser Kurs mit Buch Nummer zwei und daraus Lektion eins beginnt. Da hat sie mit dem vorherigen Kurs sich also weiter voran gearbeitet als vorgesehen - und die Cousine und ich dürfen nun im Schnelltempo den größten Teil von dieser Lektion zu Hause lernen... Kann man sich vorstellen, dass ich augenblicklich "satt" war???

Start war mit einer kleinen Auflistung von Reflexivverben (an der Tafel, jaha), die aber nicht im mindesten die Worte (Relfexivverben) vom Ende des Buches Nummer eins beinhalteten (das wäre m.E. besser gewesen, schon zum Zwecke der Wiederholung und Festigung, da gab es nämlich eine ganze Menge). Daneben eine kleine Übersicht von Konjugationsformen. So weit, so langweilig. Alsbald teilte uns die Signora in gemixte Dreiergruppen ein und verteilte Würfel. Es begann - jeder bewaffnet mit Schreibzeug - eine allgemeine Wanderung durch den Raum zwecks Neugruppierung. Aufgabe: Man möge abwechselnd würfeln und entsprechend der gewürfelten Zahl die entsprechende Konjugationsform der Liste auswählen und damit einen beliebigen Satz notieren. Die Signora durchwanderte währenddessen den Raum von Gruppe zu Gruppe, um hier und dort einen Satz anzuschauen. Festgestellt: Lernpartner/in haben null Ahnung, was einen Satz ausmacht. Vielleicht ein bisschen mehr als ein Verb? Leute, versucht es mal mit einem Subjekt, Objekt und einer Zeitangabe... Langweilig. Nach diesen drei Sätzen begann die Rückkehr zu den jeweiligen Sitzplätzen, um...

... ein Stückchen von der zum Buch gehörenden Übungs-CD anzuhören, um danach (Achung: hier die Bildung von neuen Zweiergruppen!) zu "diskutieren", was wir verstanden hatten, um das dann in solch einer Liste zu notieren. Auflösung der Zweiergruppen.

Nun durfte ein Mitschüler eben diesen Text aus dem Buch vorlesen. Hier (wie auch in den letzten Sprachkursen) fehlte die Korrektur von Aussprachefehlern. Warum wird alles "durchgelassen"? Leute, so wird das nichts.

Nächster Punkt: Die Sätze des Textes sollten gemeinschaftlich (also durch die Lehrerin - lautes Zwischenrufen sicherte Gehör) in die Liste auf der Tafel eingetragen werden. (Thema war: Vorschläge machen und akzeptieren oder ablehnen, Floskeln lernen.)

Alsbald folgte - man errät es kaum - die Bildung von Dreiergruppen inklusive erneuter fröhlicher Wanderung durch den Raum und Sitzplatzeinnahme. Dieses Mal gab es für jedes Grüppchen sechs "Memory"-Kärtchen, drei mit Vorschlägen, drei mit Antworten. Hiermit wurde nun ein unglaublich *spannendes* Memory gespielt, die Antworten kategorisiert, dann mussten diese Sätzchen notiert werden. Gruppenauflösung und erneute Wanderung.

Ein sehr kurzweiliger Unterricht, angesichts dieser Völkerwanderungen wird etwaiger aufkommender Müdigkeit vorgebeugt...

Und noch eine CD-Hörübung, nach der zu entscheiden war, ob die Vorschläge in den Dialogen jeweils angenommen oder abgelehnt wurden. Auffällig war: Kein Mitschüler versuchte, in ganzen Sätzen zu reden. Klar, das Risiko, Fehler zu machen, ist größer, wenn man einen ganzen Satz sagt, aber das Absondern von Bruchstücken fördert auch nicht gerade die Sprechkompetenz. Da bastele ich lieber einen Satz bzw. Sätze und habe irgendeinen Fehler drin (der mir dann korrigiert wird und ich gleich wieder etwas lerne) - oder?

Nun kam ein ganz spannender Punkt: Das Verteilen eines Arbeitsblattes (Hausaufgabe Nummer eins) und die Ansage von weiteren Hausaufgaben - von den Grammatikübungen sollen eine reichliche Menge angefertigt werden. Haaaallllooooo.... geht's noch? Meine Grammatikübungen habe ich immer schon nach eigenem Ermessen und reichlich gemacht, aber dann, wann ich Zeit dafür hatte! Könnte es ganz eventuell sein, dass wir "Schüler" auch noch ein normales Tagesprogramm haben, wie z.B. dem Nachgehen eines Broterwerbs? ...

Ach, übrigens, es ist eine junge Frau im Kurs, die noch nie mit einem Lehrbuch gelernt hat (womit denn, vergaß ich zu fragen, vielleicht ein PC- oder Internet-Kurs?) und den allgemeinen Vokabelstamm nicht "drauf" hat, und eine Frau, die von der VHS willkürlich (?) in diesen Kurs gestuft wurde, also auch Lehrbuch Nummer eins incl. Vokabeln nicht kennt. Der Cousine und mir fehlt ja "nur" eine Lektion (von dreien, die zu diesem Kurs offiziell gehören). Es handelt sich (Hinweis!) um einen Kurs für "Normallerner", nicht für "Schnelllerner".

Wie man unschwer erkennen kann: Ich bin "satt bis obenhin" und kann nur hoffen, dass wir uns Woche für Woche mehr an dieses Chaos gewöhnen werden.

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